Karl Rohm

Karl Rohm war einer der für die Lebensreform in Deutschland einflussreichsten Verleger in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. den Verlag von Karl Rohm gründete er 1898, ab Januar 1900 wurde als Verlagsort Stuttgart angegeben, seit April 1901 Amden. Über die genauen Umstände des Ortswechsels ist nichts bekannt.

In einem Gruss aus Amden überschriebenen Hinweis in der April-Ausgabe den von Rohm herausgegebenen Lebens-Spuren, im Untertitel als Zeitschrift für harmonische geistige und materielle Lebensentfaltung bezeichnet, ist immerhin zu erfahren:

Unseren lieben Lesern teilen wir hierduch mit, daß sich Redaktion und Verlag der Lebens-Spuren seit dem ersten April d. J. in Amden bei Wesen am Wallensee in der Schweiz befinden. Wenn nun auch an und für sich ein Ortswechsel nicht so sehr viel zu bedeuten hat, so dürfte er doch gerade in diesem Fall für die Lebens-Spuren von Bedeutung sein, weil wir von Amden aus nicht nur das gedruckte Wort in die Welt hinausgehen lassen wollen, sondern weil wir gleichzeitig denjenigen erlauben, Gelegenheit zu einem Sammelplatz bieten wollen, wo sie für kürzere oder längere Zeit fern ab vom Getriebe der lärmenden Städte in herrlicher Gebirgswelt Erholung und Verkehr mit Gesinnungsgenossen finden können.

Ohne Angabe von Gründen findet sich allerdings bereits in der Ausgabe vom Dezember 1901 die Mitteillung, dass Redaktion, Druck und Verlag der Lebens-Spuren sich von jetzt an in Lorch befinden würden.

In seinem Verlag veröffentlichte zahlreiche Broschüren und Bücher sowie verschiedene Zeitschriften. Bekannt geworden ist insbesondere der Lorcher Astrologischer Kalender, der von 1919 bis 1990 erschienen ist. Zu den Publikationen gehörte aber auch antisemitische Propaganda, darunter der 1919 oder 1920 unter dem Titel Was ist jüdischer Geist? von John Retcliffe (Herrmann Ottomar Friedrich Goedsche) erschienene antisemtische Pamphlet Protokolle der Weisen von Zion.

Im Verlag von Rohm erschienen auch Veröffentlichungen von Georg Sulzer, Ida Hofmann und Alexander Wilhelm de Beauclair, dem Sekretär von Henri Oedenkoven.

1902 ist die Schrift Wie gelangen wir Frauen zu harmonischen und gesunden Lebensbedingungen? von Ida Hofmann im Verlag von Karl Rohm erschienen, im selben Verlag 1906 das Büchlein Monte Verità. Wahrheit ohne Dichtung und 1909 Im Kampfe mit der Sünde. Eine Lebensentwicklung in zwei Büchern von Alexander Wilhelm de Beauclair, dem Sekretär von Henri Oedenkoven oder Verwalter des Monte Verità.

Ausserdem veröffentlichte Rohm selbst zwei Beiträge über Fidus.

Heute gehört der Verlag Karl Rohm zur Verlagsgemeinschaft Friedrich Zluhan.

Veröffentlichungen über Fidus

  • “Zu Fidus’ 50. Geburtstag”, in: Der Leuchtturm, 13, 1918, 15.
  • “Meister Fidus. Der Maler der deutschen Seele.” in: Lorcher Astrologischer Kalender 1936, 110-111.