Alle Artikel mit dem Schlagwort: BrunoStelter

Aufruf zur praktischen Tat!

Aufruf zur praktischen Tat! Der Inhalt von Flugblatt I u. II des St. Georg Bundes wird als Ausdruck höherer Eingebung ein Wegweiser sein zum Ziele sittlicher Erhebung u. geistiger Erweckung des deutschen Volkes. – Die Zeiten gehen vorüber, da nur der Eigennutz die Triebfeder menschlichen Handelns war. Nein, reine, uneigennützige Motive werden für unser Leben und Handeln in Zukunft grundlegend sein. Jeder von uns hat das Recht und die Pflicht seine besten Kräfte und Fähigkeiten zu verwerten, nach seiner Eigenart. Keine Einseitigkeit, keine Schablone, kein Dogma. Unser Leben gelte dem Dienste der wahrheissuchenden und Klahrheit bedürfenden Mitmenschen. Nicht mehr. Übervorteilung, Aunützung, Vernichtung! Wir sind aufeinander angewiesen und wollen füreinander leben. Nicht unser Gelderwerb als Zweck des Lebens, sondern Geld und Geldes Wert als Mittel zum Zweck und beglückenden, gottgewollten Daseins. Nicht Alsmosen, nicht Opfer der Wohltätigkeit, sondern freie, freudige Hilfsbereitschaft für diejenigen, die unserer Hilfe bedürfen. Unser Bekenntnis für die Tat im Dienste reiner, selbstlosen Liebe. Unser Weg, unser Ziel, unser Führer: “Jesus Christus” im Geiste seiner Lehre u. in der Wahrheit seines Lebens. “Freunde, …

Bruno Stelter

Auf einem Blatt betitelt mit “Schweizer Vorträge” notierte sich Fidus zu seiner [[Votragsreise]] 1933 in die Schweiz zu einem Abstecher ins Tessin: “Locarno: Fr. A. Neugeboren, L.-Monti” und “Ascona: Familie Stelter”. Bruno Stelter gehörte zu den frühen Bewohnern und Mitarbeitern des Monte Verità. Ida Hofmann zählt ihn in ihrer Schrift Monte Verità. Wahrheit ohne Dichtung zählt ihn zur Gruppe der “ehrlichen Idealisten (kurzsichtige Kritik nennt sie ‘Schwärmer’), deren Wunsch und Wille der Zeit und den Möglichkeiten, an die wir gebunden, vorauseilen und welche dann enttäuuscht innehalten müssen”: Einer von ihnen, Bruno Stelters [sic!], zog im Sommer 1902, wie schon erwähnt, voll Illusionen mit Frau und Kindern nach der Insel Samoa – nach kaum Jahresfrist sehen wir ihn wieder – er sucht bei uns Beschäftigung für Tagelohn und kauft schliesslich mit dem Rest seiner Habe in Orselina oberhalb Locarno ein Grundstück, eröffnet einen kleinen Brothandel und schwärmt, idealisiert weiter.1 Seit 1926 war Bruno Stelter Besitzer der Pension Stelter-Wagner in der Villa Borussia, die zuvor Enrico Wagner gehörte.2 Er starb am 1. August 1939 im Alter von …

Vortragsreise

Im Frühjahr 1933 reiste Fidus in die Schweiz, hielt zwischen dem 6. und 30. März an verschiedenen Orten Lichtbildervorträge und machte einen Abstecher ins Tessin. Die Daten der Vorträge: 11. März, Die Kunst im Dienste des Aufsteigenden Lebens. 14. März, Schaffende Kunst oder Richtungstaumel. 16. März, Winterthur. 18. März, Schaffhausen. 20. März, Basel. 23. März, Biel. 28. März, Grossratssaal, Bern, Die Kunst im Dienste des Aufsteigenden Lebens. 30. März, Grossratssaal, Bern, Schaffende Kunst oder Richtungstaumel. Die Inhalte der Vorträge und die Auswahl der gezeigten Bilder sind nicht bekannt. Auch die Vorankündigung des Lichtbildervortrags am 18. März in Schaffhausen im Schaffhauser Intelligenzblatt ist wenig konkret, bis auf den letzten Satz: Der berühmte Meister der Mal- und Darstellungskunst spricht nächsten Samstag in der Aula der Mächenschule über seine kulturellen Bestrebungen und wird dies durch selbstkolorierte Lichtbilder veranschaulichen. Seine großen Erfolge in Zürich und Winterthur lassen auch in Schaffhausen einen vollbesetzten Abend erwarten. Fidus ist in der Kunst seine eigenen Wege gegangen. Seine Bilder sind Gesichte; sie sehen im Vergänglichen das Gleichnis und spannen ihre Kraft zwischen die …